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Papageitaucher

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Der Papageitaucher -
Clown aus dem hohen Norden

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Welcher Vogelfreund hat nicht schon mal ein Bild gesehen von den clownartigen Papageitauchern, wie sie - oft mit einem ganzen Bündel voller Sandaale im klobig wirkenden Schnabel - auf einer Klippe oder vor Ihrer Bruthöhle stehen und immer etwas dümmlich-verschmitzt Aussehen. Es ist aber auch wirklich ein Clownsgesicht mit dem bunten Schnabel und dem wunderbar "geschminkten" Auge.

Papageitaucher

In freier Wildbahn allerdings muss man von Deutschland schon etwas fahren, um Papageitaucher zu beobachten. Die Vögel - sie sind etwa so gross, wie eine sehr kleine Ente oder eine Haustaube - sind zwar keineswegs scheu, aber sie leben auf unzugänglichen Vogelfelsen und in abgeschiedenen Landstrichen, wo meistens nur engagierte Vogelkundler hinkommen, um die putzigen Kerle zu beobachten. Nur beim Abenteuerurlaub auf Island gehören sie eigentlich zum Standard-Besichtigungsprogramm.

Papageitaucher (Fratercula arctica) leben überwiegend im hohen Norden; in Europa sind sie häufige Brutvögel auf Grönland, Island, den Färöern, auf Spitzbergen und an der gesamten norwegischen Küste Sie kommen aber auch an den Küsten Irlands und Grossbritaniens (Schottland) vor und brüten gelegentlich bzw. in kleinen Populationen in Schweden und an der rauhen Nordküste der französischen Bretagne. Auf Helgoland kann man sie gelegentlich beobachten; Brutversuche allerdings hat es dort schon seit bald 200 Jahren nicht mehr gegeben.

Papageitaucher gehören in die Familie der Alken (Alcidae); sie sind also verwandt mit den Trottellummen, von denen es eine bedeutende Kolonie auf Deutschlands einziger Hochseeinsel gibt, auf Helgoland. Auch der ausgerottete Riesenalk gehörte zu dieser Vogelfamilie, ein gänsegrosser Vogel, der erst Ende des 18. und im 19. Jahrhundert massenhaft von Seefahrern erschlagen wurde und in der Mitte des 19. Jahrhunderts endgültig durch menschliche Unvernunft ausgerottet wurde. Der Riesenalk war übrigens die einzige flugunfähige Art aus dieser Familie, was sicherlich zu seiner ausserordentlich schnellen Ausrottung beigetragen hat.

Alken nehmen auf der Nordhalbkugel quasi die Stellung der Pinguine ein, die ja nur auf der Südhalbkugel vorkommen. Die ähnlichen Lebensbedingungen haben - der Evolutonstheoretiker Charles Darwin hat das sehr schön dargestellt - zu einem ähnlichen Erscheinungsbild geführt, obwohl Pinguine und Alken eigentlich gar nichts miteinander zu tun haben. Man spricht bei der Herausbildung solcher Ähnlichkeiten von einer konvergenten Entwicklung bzw. von Konvergenz. Im Unterschied zu den Pinguinen haben aber die Alkenvögel (bis auf den Riesenalk, s.o.) ihre Flugfähigkeit behalten.

Papageitaucher sind typische Meerestauchvögel und verbringen ausserhalb der Brutzeit viele Monate auf dem Meer, ohne jemals Land zu sehen. Sie ernähren sich von kleinen Fischen, von denen sie oft eine ganze Reihe quer im Schnabel tragen, die sie dann ihren Jungen bringen. Die Brut erfolgt merkwürdigerweise in Bruthöhlen, die von den Vögeln selbst gegraben werden. Gelegentlich werden auch die Baue anderer Tiere übernommen, z.B. Kaninchenbaue. Das einzige Ei wird über einen Monat lang bebrütet (ca. 35-38 Tage), das Junge danach noch 1 bis 1,5 Monate von beiden Alttieren gefüttert.

Der Papageitaucher gilt in seinem Bestand als nicht gefährdet. Weltweit gibt es mehrere Millionen Exemplare; allein auf Island - dem Hauptverbreitungsgebiet - soll es 3 - 4 Millionen Papageitaucher geben.


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